25 Jahre Jubiläum
Programm der Festveranstaltung zum 25jährigen Bestehen des Senegalhilfe-Vereins e.V.
am 24. April 2010, 17 Uhr, im Prot. Gemeindezentrum Alte Eintracht, Kaiserslautern
- Triosonate D–Dur für Violine, Violincello und Basso continuo, Adagio, Allegro Jean–Marie Clair (1697 – 1764)
- Begrüßung Frau Doris Racké, Vorsitzende des Senegalhilfe – Vereins e.V.
- Tam Tam Saliou Seck, ehemaliger Schüler von Sandiara
- Stimmen aus Senegal:
- Botschafter der Republik Senegal in Berlin, M.Cheikh Sylla
- M.Mamadou Fall, Direktor des Behindertenzentrums in Mbour
- M.Mbaye Ly, Direktor des Landwirtschaftlichen Ausbildungszentrums in Sandiara
- Triosonate D–Dur für Violine, Violincello und Basso continuo, Sarabande, Allegro assai Jean-Marie Claire (1697-1764)
- Festvortrag: Menschen in Afrika eine Zukunft geben – nach 25 Jahren neu herausgefordert Bischof i.R. Professor Dr. Wolfgang Huber
- Trio F–Dur für Violine, Violincello und Basso continuo, Allegro, Soave, Presto Georg Philipp Telemann (1681 – 1767)
- Eintrag des Botschafters Cheikh Sylla in das Goldene Buch der Universitätsstadt Kaiserslautern, verbunden mit einem Grußwort von Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel
- Grußworte: Kirchenpräsident Christian Schad, Speyer
- 1. Kreisbeigeordnete Gudrun Heß – Schmidt
- Dekanin Angelika Keller, Kaiserslautern
- Schlusswort: Ursula Jung, stellvertretende Vorsitzende des Senegalhilfe-Vereins e.V.
- Choral: Nun danket alle Gott
- Musikalische Gestaltung: Dr. Hartmann Leube, Violine
- Dr. Sabine von Falkenhausen – Leube, Violincello
- Prof. Dr. Hartwig Weber, Cembalo
- Eberhard Cherdron, Viola da gamba
- Moderation: Karl Heinrich Beck
- Anschließend gemeinsames Abendessen im Großen Saal der Alten Eintracht
Begrüßungsansprache von Frau Doris Racké zum 25jährigen Jubiläum
am 24. April 2010, 17 Uhr in Kaiserslautern im Gemeindezentrum Alte Eintracht, Unionsstraße 4
Herr Botschafter,
Herr Kirchenpräsident Schad, Herr Prof. Huber
verehrte Gäste, liebe Freundinnen und Freunde des Senegalhilfe-Vereins,
Der Senegalhilfe-Verein e.V. feiert sein 25jähriges Jubiläum, und Sie alle sind in großer Zahl gekommen. Ich heiße Sie herzlich willkommen. Ich bin glücklich, dass ich die große Freude, die ich in dieser Stunde empfinde, mit Ihnen teilen darf.
Die meisten von Ihnen kommen aus der näheren Umgebung. Aber der Einzugsbereich des Senegalhilfe-Vereins geht weit über die Grenzen der Pfalz hinaus. Das beweisen die Freundinnen und Freunde, die eine weitere Reise auf sich genommen haben von Berlin und Bonn, von München und Frankfurt, Ludwigsburg, Karlsruhe, Wetzlar und Trier. Die größte Reise haben natürlich unsere Freunde aus Senegal zurückgelegt. Ich danke Ihnen allen, dass Sie die Einladung zum Geburtstagsfest des Senegalhilfe-Vereins angenommen haben und damit auf besondere Weise Ihre Verbundenheit mit dem Senegalhilfe-Verein und seinen großen Aufgaben in einem wunderbaren Land des afrikanischen Kontinents zum Ausdruck bringen.
Es ist mir eine große Ehre, dass ich nun in unserer Mitte Seine Exzellenz, den Botschafter der Republik Senegal in Berlin, Herrn Cheikh Sylla, begrüßen darf. Wir haben immer großen Wert darauf gelegt, zu allen senegalesischen Botschaftern, früher noch in Bonn und jetzt in Berlin, gute Kontakte aufzubauen und zu pflegen. Dass dies auf Gegenseitigkeit beruht, kommt unserer Sache zu Gute und erfüllt mich deshalb mit großer Freude.
Auch die Stadt Kaiserslautern weiß Ihre Anwesenheit zu schätzen. Herr Oberbürgermeister Dr. Weichel wird sich die Ehre geben, Sie nachher um den Eintrag in das Goldene Buch der Stadt zu bitten.
Umso mehr freue ich mich, dass drei Freunde aus Senegal zu uns gekommen sind: Mamadou Fall, Direktor des Behindertenzentrums in Mbour, Mbaye Ly, Direktor des Landwirtschaftlichen Ausbildungszentrums Sandiara und Saliou Seck, ehemaliger Schüler von Sandiara.
Ich begrüße in unserer Mitte ganz herzlich den ehemaligen Berliner Bischof und Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Herrn Prof. Wolfgang Huber. Herr Dekan Beck, der Organisator unserer heutigen Veranstaltung, und ich, waren uns schnell einig, Sie, verehrter Herr Bischof Huber, zu bitten, die Festansprache hier zu halten. Und nun sind wir sehr gespannt, mit welchen Gedanken Sie uns und unsere Arbeit in Senegal auf die Herausforderungen der Zukunft einstellen werden.
Mein herzlicher Gruß gilt nun Herrn Kirchenpräsident Schad aus Speyer. Ich freue mich, dass Sie an unserer Festveranstaltung teilnehmen. Frau Oberkirchenrätin Kessel, die Finanzdezernentin des Landeskirchenrates, die schon lange mit dem Senegalhilfe-Verein verbunden ist, erfreut uns ebenfalls mit Ihrer Anwesenheit. Aber die Musik macht heute Herr Kirchenpräsident i.R. Eberhard Cherdron mit seinem Ensemble. Herzlichen Dank, in den ich auch gleich die Hausherrin dieses schönen Gemeindezentrums, Frau Dekanin Keller, einschließe.
Meine Damen und Herren, der Senegalhilfe-Verein hat seinen Sitz in Trippstadt, in einem liebenswürdigen Dorf des Landkreises Kaiserslautern. Ich begrüße deshalb ganz herzlich die 1. Kreisbeigeordnete Frau Gudrun Heß-Schmidt und Herrn Leis, der in Vertretung von Herrn Verbandsbürgermeister Unold unter uns ist.
„25 Jahre Senegalhilfe-Verein“ – das ist eigentlich eine kurze Zeit, aber doch fast ein Drittel meines Lebens. Die ersten Anfänge lagen schon vorher, im Sommer 1982, als ich mit meinem Mann und meinen Freunden Ursula und Gerhard Jung einen wunderschönen Urlaub in Senegal an der Atlantikküste machte. Aber wir entdeckten vor den Toren des Hotels eine ganz andere Welt: eindrucksvolle Landschaften, fröhliche Menschen in farbenprächtigen Gewändern, die doch nicht hinwegtäuschen können über die Armut, unter denen die meisten leiden. Der Besuch in einem Lepradorf konfrontiert uns mit dem Elend der vom Aussatz betroffenen Menschen. Und die vielen Kinder und Jugendliche – welche Schicksale und Zukunftsperspektiven werden sie haben?
So gründeten wir am 13. Februar 1985 in Hofstätten den Senegalhilfe-Verein e.V. und waren damit unter anderem auch in der Lage, Spendenbescheinigungen auszustellen. Ich freue mich sehr, dass von den Gründungsmitgliedern heute unter uns sind: Frau Astrid Diehl, Ursula Jung, mein Mann, und ich selbst. In großer Dankbarkeit gedenke ich der verstorbenen Gründungsmitglieder: Herr Gerhard Jung, der unermüdlich für unsere Arbeit zur Verfügung stand, Herr Joseph Krekeler, der ehemalige Oberbürgermeister von Pirmasens, und Herr Dr. Walter Reichhold aus Landau – er war der erste deutsche Botschafter in der noch jungen Republik Senegal.
Der Verein war gegründet, aber nun mussten wir unsere Ziele definieren und Wege der praktischen Verwirklichung suchen. Zu einem der ersten Projekte kam es auf folgende Weise: Im Lepradorf Mballing fielen zahlreiche Lehmhütten während einer heftigen Regenzeit zusammen. 32 neue Hütten aus Zementsteinen mussten gebaut werden. Die ersten Versuche, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung für die Pläne zu gewinnen, waren zunächst deprimierend. Aber unsere Argumente und die Zähigkeit, mit der wir sie verfochten hatten, brachten dann doch den Durchbruch zur finanziellen Förderung und zur Anerkennung als Nichtregierungsorganisation. Bis heute haben wir für unsere Projekte aus Bundesmitteln rund 1,4 Millionen Euro erhalten.
Und dann lernte ich Khady Guèye kennen, eine junge, sozial engagierte Frau, die selbst schwer behindert war. Sie setzte sich vor allem für körperlich behinderte junge Menschen ein. In vielen Gesprächen überzeugte sie mich mit ihren Ideen, und wir bauten das erste Behindertenzentrum in der Stadt Mbour. Zwei weitere folgten in den Städten Thiès und Tivaouane. Diese wurden nicht nur Begegnungsstätten für behinderte Menschen, sondern auch handwerkliche Ausbildungsstätten, denen sich Kindergärten, Hauswirtschaftsklassen, ambulante Krankenstationen anschlossen, in einem Fall auch ein Internat und eine orthopädische Abteilung mit Facharztversorgung, mit Krankengymnastik und einer orthopädietechnischen Werkstatt.
Zu diesen Pilotprojekten kamen viele andere Projekte hinzu: Eine kleine Marmeladenfabrik, die von Frauen betrieben wird. Auf dem Bildungssektor entstanden viele Schulen und Kindergärten. Ein ganzes Dorf für Flüchtlinge aus Mauretanien wurde mit entsprechender Infrastruktur gebaut. Daneben das Landwirtschaftliche Ausbildungszentrum in Sandiara, das junge Menschen befähigen soll, in den kleinbäuerlichen Strukturen Gewinn bringend zu arbeiten, und zugleich vor der Landflucht bewahren soll. Und dann kamen die vielen Existenzgründungsprojekte in Form von kleinen Handwerksbetrieben, Kleinhandelsläden, Getränkekiosken und Internetcafés dazu. So zählen wir heute rund 140 kleinere und größere Projekte.
Meine Damen und Herren, wir wollen uns heute ermutigen lassen, den Weg in die Zukunft unter die Füße zu nehmen. Wir können uns nicht ausruhen auf dem, was wir gestern geschaffen haben. So wie sich unsere Arbeit in Senegal Schritt für Schritt von Erfahrung zu Erfahrung entwickelt hat, werden wir auch in Zukunft offen bleiben für neue Wege. Die Behindertenzentren, das Flüchtlingsdorf Louly-Ndia, das Landwirtschaftliche Ausbildungszentrum in Sandiara, die Marmeladefabrik in Mbour brauchen bei größeren Investitionen unsere Hilfe. Aus diesem Grund haben wir vor 10 Jahren die Senegalhilfe-Stiftung gegründet. Es ist erstaunlich und verpflichtet zu großer Dankbarkeit, dass bis zur Stunde das Stiftungskapital auf rund 935.000 Euro angewachsen ist.
Meine Damen und Herren, ich bin mir immer wieder aufs Neue bewusst, dass unsere bisherige Arbeit in Senegal nur zu leisten war durch die aktive Mitarbeit derer, die mit mir zusammen die Lasten getragen haben. Es erfüllt mich mit großer Dankbarkeit, dass so viele Freunde und Freundinnen bereit waren und bereit sind, ihre Kraft und Zeit, ihre Kenntnisse und Erfahrungen für die große gemeinsame Aufgabe in Senegal zur Verfügung zu stellen. Es ist beglückend, dass in den letzten Jahren regelmäßig auch aus den jüngeren Generationen Freundinnen und Freunde zu uns gestoßen sind, die an der Mitarbeit interessiert sind und zum Teil auch Verantwortung übernommen haben.
Mit diesem hoffnungsvollen Ausblick komme ich wieder in die Gegenwart dieser Stunde zurück und danke allen, die unser Zusammensein vorbereitet haben und mit Ihrer Hilfe zum guten Gelingen dieses Abends beitragen. Ihnen allen meine Damen und Herren, sage ich noch einmal herzlichen Dank, dass Sie gekommen sind. Ich vertraue darauf, dass Sie auch in Zukunft unsere Arbeit in Senegal begleiten und fördern.
Übersetzung der Rede von M. Mamadou Fall, Direktor des Behindertenzentrums in Mbour
zum 25. Jubiläum des Senegalhilfe-Vereins in Kaiserslautern
Sehr geehrte Frau Vorsitzende, meine Damen und Herren,
anlässlich meiner Einladung zum 20. Geburtstag des Senegalhilfe-Vereins hatte ich Ihnen die Bilanz der Realisierungen Ihrer wichtigen Organisation vorgestellt. Jedoch versichere ich Ihnen, dass es nicht leicht ist, sie hier alle aufzuzählen, so außerordentlich groß ist die Liste.
In der Tat sind die Projekte des SHV zahlreich und betreffen mehrere Bereiche, von denen besonders zu erwähnen sind: der Bau von drei Zentren für körperbehinderte Menschen in Mbour, Thiès und Tivaoune und der Bau des Dorfes für Rückkehrer aus Mauretanien in Louly.










































